Zur Vorstellung der neuen Dekarbonisierungsstrategie der Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) kommentiert Werner Graf, Fraktionsvorsitzender:
„Berlins Wärmeversorgung muss so aufgestellt werden, dass sie dauerhaft für alle bezahlbar bleibt und unabhängig von den explodierenden Preisen fossiler Brennstoffe wird. Auch Holz stößt bei der Verbrennung Unmengen an CO₂ aus und muss zum Teil teuer aus dem Ausland eingekauft werden. Wir sollten die Fehler, die wir bereits mit Kohle und Gas gemacht haben, nicht mit Holz wiederholen.
Dass das geplante Mega-Holzheizkraftwerk in Klingenberg vorerst nicht weiterverfolgt wird, ist ein großer Erfolg. Ein Erfolg für das Klima, für den Geldbeutel der Berlinerinnen und Berliner und für die Unabhängigkeit Berlins. Der Druck von Umweltverbänden, Initiativen und Grüner Opposition hat Wirkung gezeigt.
Die Entscheidung des Senats, am Holzheizkraftwerk Reuter West festzuhalten, ist ein schwerer Fehler. Allein in Reuter West würde jedes Jahr eine Holzmenge verbrannt, die etwa dem Dreifachen des Tiergartens entspricht. Das ist nicht allein mit Altholz zu bewerkstelligen. Die benötigten Holzmengen können nicht aus der Region gedeckt werden, sondern müssen teilweise importiert werden. Berlin macht sich dadurch weiter abhängig von Autokraten, Diktatoren und den derzeit explodierenden internationalen Holzpreisen. Die Rechnung zahlen am Ende die Berlinerinnen und Berliner.
Die Wärmewende braucht jetzt einen klaren Kurs: mehr Effizienz, Großwärmepumpen, Geothermie, Abwärme, Wärmespeicher und moderne Netze. Berlin kann seine Wärmeversorgung klimafreundlich, unabhängig und dauerhaft bezahlbar aufstellen. Dafür müssen die Investitionsentscheidungen von heute endlich in die richtige Richtung gehen.“