Die erschütternden Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) über rund 9.600 Hitzetote allein in der extremen Juni-Woche unterstreichen die existenzielle Gefahr der Klimakrise. Der Fraktionsvorsitzende Werner Graf fordert konkrete Schritte:
„Die Todeszahlen zeigen, wie umbarmherzig die Klimakrise in unseren Nachbarschaften voranschreitet. Wenn Beton und Asphalt die Hitze speichern, leiden besonders Alte, Kinder sowie chronisch Kranke. Die Hitze ist kein Wetter, sondern wir stecken mitten in einer großen Naturkatastrophe. Schwarz-Rot hat den Hitzeschutz verschlafen und fällt weiter mehr Bäume, als sie pflanzen.
Wir müssen endlich verstehen, dass es darum geht, Menschenleben zu schützen. Als Sofortmaßnahme fordere ich für Berlin ein Kiez-Notfallpaket: Für die akute Abkühlung an heißen Tagen müssen klimatisierte öffentliche Gebäude wie Bürgerämter, Rathäuser, Bibliotheken, Museen oder Kirchen kostenfrei als Zufluchtsorte öffnen und die Öffnungszeiten der Freibäder in die späten Abendstunden verlängert werden. Um besonders gefährdete Menschen direkt im Wohnumfeld und bei der Arbeit zu erreichen, wären ‚Cool Vans‘ zur Ausgabe von Wasser und Kühltüchern sowie der Aufbau von ‚Pop-Up-Kühlstationen‘ für Beschäftigte im Freien – wie auf Baustellen, bei Lieferdiensten und Paketzustellenden – lebenserhaltend.
Es braucht in Berlin einen Politikwechsel im Roten Rathaus, damit Berlin endlich mehr Bäume pflanzt als fällt. Berlin braucht eine grüne Offensive mit einer Million neuen Bäumen, gezielter Entsiegelung und dem konsequenten Umbau zur Schwammstadt mit begrünten Höfen und Plätzen.
Wir unterstützen die Forderung aus der Zivilgesellschaft nach einem Hitzegipfel. Auch der Senat muss für Berlin unverzüglich Expertinnen und Experten aus Pflege, Katastrophenschutz und Kommunen an einen Tisch holen und einen verbindlichen Hitzeschutzplan, auch mit unmittelbaren Sofortmaßnahmen, beschließen. Auf Bundesebene muss die Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz und Klimaanpassung im Grundgesetz verankert sowie der Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigt werden.
Jeder Euro, den wir in die Vorsorge stecken, schützt nicht nur vor immensen Folgekosten, sondern rettet Menschenleben. Der Senat darf die Augen vor der Realität nicht länger verschließen und muss den Hitzeschutz jetzt zur obersten Priorität machen.“