Zur heutigen Vorstellung der Kurzstudie "Standort Berlin 2037. Berlin kann Wirtschaft." angestoßen unter anderem vom Leiter der Regionalgruppe der Wirtschaftsvereinigung der Grünen erklären Werner Graf und Bettina Jarasch, Spitzenduo von Bündnis 90/Die Grünen Berlin bei der AGH-Wahl:
"Diese Studie kommt zur richtigen Zeit. Die Wirtschaft setzt damit einen wertvollen Impuls kurz vor der Wahl, wohin wir Berlin wirtschaftlich entwickeln können.
Anhand einer strategischen Vorausschau entwirft die Studie konkrete Zielbilder für ein prosperierendes Berlin 2037. Und damit verweigern die Autor*innen auch ihre Teilnahme am allgemeinen Abgesangswettbewerb auf Berlin. Dieser hoffnungsvolle und pragmatische Blick nach vorne kann dabei helfen, Berlin aus dem Rückwärts zu holen.
Denn Berlin verfügt über enorme Stärken, die wir nutzen und weiter ausbauen müssen. Spitzenforschung und exzellente Wissenschaft, eine starke Gründungs- und Innovationsszene, internationale Talente, kulturelle Attraktivität und eine besondere Atmosphäre der Freiheit und Offenheit. Um diese Potenziale zu nutzen und nachhaltig weiterzuentwickeln, sind drei Punkte entscheidend:
Erstens: Berlin muss coolster Standort für Ansiedlungen sein und sich vom Gründungs- zum Wachstumsstandort weiterentwickeln. Wir wollen, dass aus guten Ideen schneller Unternehmen werden, die hier skalieren, produzieren und langfristig Wertschöpfung schaffen. Das können wir ermöglichen, indem wir zum Beispiel Wissens- und Technologietransfer stärken, Zukunftsorte wie die Urban Tech Republic oder den CleanTech Business Park weiterentwickeln, Reallabore ausbauen und eine Innovationsagentur nach SPRIND-Vorbild prüfen.
Zweitens: Berlin muss funktionieren. Verlässliche und einfache Rahmenbedingungen, schnellere Verfahren, ausreichend Flächen und eine leistungsfähige Infrastruktur sind entscheidend dafür, ob aus einer Idee eine Investition wird. Eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist dabei auch Standortpolitik. Der Ausbau erneuerbarer Energien, Geothermie, Großwärmepumpen, Abwärmenutzung und moderner Wärmenetze schaffen regionale Wertschöpfung, erhöhen die Versorgungssicherheit und sorgen langfristig für stabile Energiepreise – wichtige Enabler für eine prosperierende Wirtschaft.
Drittens: Berlin muss seine Stärken stärken und Zukunftsstandort der Transformation sein. Digitalisierung, Dekarbonisierung, Fachkräftesicherung und geopolitische Spannungen verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Wir wollen die Chancen dieser Transformation nutzen und Orte, an denen Zukunft gedacht und gestaltet wird, fördern. Dazu gehören im Übrigen auch die Berliner Kulturlandschaft, die Clubszene und kreative Freiräume. Für uns ist die Berliner Kultur Teil einer erfolgreichen Wirtschafts- und Standortpolitik. Es ist die Berliner Mischung, die internationale Strahlkraft entfaltet, die klügsten Köpfe anzieht und hier hält sowie die Stadt für Investitionen besonders attraktiv macht.
Unser Ziel ist klar: Wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaft die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Berlin seine Stärken ausspielt und zu Europas führendem Innovationsstandort wird."